Freitag, Mai 26, 2006

Worüber man so stolpert...

Im Literaturteil der Zeit findet sich meistens ein Gedicht, dem ich allerdings in der Regel nur (zu?) wenig Beachtung schenke.
Heute las ich es dann doch einmal beim relativ wahrlosen herumblättern und war ob der zarten Idee und des Bildes sofort ergriffen.

Der Autor, Hellmuth Opitz, war mir bis vor 20 Minuten gänzlich unbekannt, von ihm wurden laut Amazon aber bereits mehrere Gedichtsbände veröffentlich und er blickt auf eine über zwanzigjährige literarische Tätigkeit zurück. Mal schauen was mir morgen mein Buchhändler vorlegt :)

Genug der Vorrede, endlich zum Gedicht. Viel Vergnügen:

Als Max starb
hinterließ er
ihr nichts
als seine Stimme
auf dem Anruf
beantworter.
Eines Tages
als es sie packte
fuhr sie raus
nur um zuhaus
anzurufen
und diese Stimme
zu hören
wie sie heranrollte
dunkel und sanft.
Sprechen Sie nach
dem Signalton.
Ich rufe zurück.
Sie hinterließ
ihm nichts
als ihr Atmen.

("Engel im Herbst mit Orangen", Pendragon Verlag)


Kommentare:

Alexander Wuttke hat gesagt…

grr?
war da keine erklärung bei?

:D

mo hat gesagt…

lol, ne, leider nicht^^

Es wäre an dir jetzt hier eine umfassende analyse zu posten ;)